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Reise-Report
vom 03. - 13. März 2010 aus Dubai – Vereinigte Arabische
Emirate
Es gibt wieder eine neue Reiseerfahrung, die ich euch
nicht vorenthalten möchte; wenn ihr wollt, dann lest,
wie man ein paar wenige Tage im Nahen Osten mit genügend
Events füllt, um ganze Bücher schreiben zu können und
unvergessliche Bilder im Gedächtnis zu behalten:
Unsere Reise begann am 03.03. des Jahres 3003, ach nein
2010, an einem für sonnenhungrige Menschen wie uns
nahezu unerträglich kalten Frühfrühlingstag. Wir
planten, dem nun schon
5 Monate anhaltenden Winter zu entfliehen und den Schnee
gegen Wüstensand einzutauschen noch nicht ahnend, dass
uns das nicht vollständig gelingen sollte. Denn wer die
arabische Welt kennen gelernt hat, weiß, dass weit mehr
Überraschungen als nur eintausend und eine Nacht auf
ihre Besucher warten!
Nun gibt es viele Wege, nach Dubai, dem Ziel unserer
Reise, zu kommen, per Last-Minute-Billigflug für 59,-
Euro plus Steuern oder mit einer der besten Airlines der
Welt, den Emirates, in dem modernsten aller Flugzeuge
der Welt, dem Airbus A 380 – 800. Wir wählten den
geringfügigen Umweg über London, eine der schönsten
Metropolen auf diesem Planeten, zahlten etwas mehr und
erfüllten uns den Traum vom Großraum-Jet! In Zeiten, da
Lufthansa noch immer keinen 388 in den Himmel schickt,
bleiben nur wenige Alternativen. Entweder die Flüge SQ
221 und SQ 222 zwischen Singapur und Sydney oder EK 001
und EK 002 zwischen London und Dubai.
Die acht Stunden Aufenthalt in Englands Hauptstadt sind
eigentlich nicht im Geringsten ausreichend, um die
schönsten Sehenswürdigkeiten der „Royal City“ zu
bestaunen. Ein Schnelldurchlauf tut es aber für des
erste Mal auch und so nahmen wir die „Underground“ und
fuhren mit der „Piccadilly-Line“ bis zum
Piccadilly-Circus. Nach den obligatorischen Fotos der
Leuchtreklame-Fassaden und dem Besuch einschlägiger
Souvenirläden machten
wir uns per pedes auf den Weg, die „Royal Mile“
abzulaufen.
Am Buckingham Palast angekommen, ahnten wir schon, dass
die Königin und ihr Hofstaat auch heute wieder einen
ihrer permanenten Empfänge gaben, denn das Heer von
Pressevertretern und Fotografen lauerten auf ein Bild
des Südafrikanischen Präsidenten, der sich just zu
dieser Zeit die Ehre gab, für uns eine würdige Kulisse
zu gestalten.
Lange konnten wir dem schaulustigen Volke nicht
beiwohnen, denn es warteten noch die St.
Pauls-Cathedrale, das House of Parlament nebst Big Ben
und die Uferpromenade der Themse, die von einem
Riesenriesenrad überragt wird, von uns besichtigt zu
werden.
Nun zählt England im Februar-März auch nicht gerade zu
den Top-Ten Urlaubsländern und die feuchtnasse Kälte
zehrte unsere Kräfte allmählich auf, sodass wir uns
gezwungen sahen, ein gemütliches Pup aufzusuchen, um
etwas Warmes zu essen und einen heißen Tee zu trinken.
Frisch gestärkt und ein edles Pint of
Guiness in den Adern nahmen wir wieder die U-Bahn,
diesmal die „District-Line“, um zum Tower-Hill zu
fahren, von wo aus man einen sehr schönen Blick auf das
wohl berühmtberüchtigte Gefängnis der Welt und die
dahinter liegende Tower-Brücke genießen kann.
Nun hieß es aber Abschied nehmen, um noch rechtzeitig
unseren Flug nach dem Wüstenstaat zu erreichen, der auf
uns mit über dreißig Grad und Sonnenschein wartet. Die
Maschine hob mit dreißig Minuten Verspätung ab und
bohrte sich mit unaufhaltsamer Geschwindigkeit in den
nächtlichen Himmel der Millionenmetropole, die wohl in
der Nacht am schönsten wirkt.
Dubai – wir kommen und freuen uns auf einen Kontrast der
besonderen Art.
Die Turbolenzen des fast siebenstündigen Fluges waren
schnell vergessen, als uns die Pracht des Flughafen in
Dubai in seinen Bann nahm. Schnell waren die Hürden der
Passkontrolle genommen und auch unsere Koffer kreisten
bereits auf dem Band. Ein Taxi fuhr uns in rasantem
Tempo zu unserem Hotel, dem Metropolitain Palace
inmitten der „Altstadt Deira“.
„Alt“ kann man aber nicht wirklich gelten lassen, denn
das auf feudal gemachte Hotel gibt es erst seit gut zehn
Jahren, ebenso wie die Geschäfts- und Bürohäuser in
diesem Viertel, von dem das rasante Wachstum der Stadt
Dubai entlang des Arabischen Golfes ausging. Wir bezogen
unser Komfortzimmer mit separatem Check-in, einer
eigenen Lounge und den vielen kleinen Nettigkeiten, die
ein Fünfsterne-Hotel in den Vereinigten Emiraten so zu
bieten hat!
Nach einer kurzen Schlummer-Stunde, die uns einen Teil
des versäumten Schlafes zurückgab, machten wir uns
zurecht, den ersten wahren Höhepunkt unserer
„Wüstensafari“ zu erleben.
Per Taxi fuhren wir zum Meydan Race Course, neben der
Pferderennbahn in Abu Dhabi die wohl berühmteste
Rennstrecke für arabische „Heißblüter“. Wir hatten noch
nie das Vergnügen, einem richtigen Horse-Race zuzusehen
und dann noch hier, wo die Menschen nichts lieber tun,
als auf ihre „Lieblingspferde“ zu wetten und sie in
keiner vergleichbaren Art und Weise bis ins Ziel
anzufeuern.
Ein wahres Volksfest findet dort statt, insbesondere
wenn das weltweit bestdotierte Pferderennen, der Dubai
World Cup in Nad el Shaba ausgetragen wird. Berühmte
Pferde, mit so klangvollen Namen wie „Desert Party“, „No
Risk al Mauri“, „Mendip“ oder „Campanologist“ kämpfen um
die höchsten Ehren, die die reichsten Scheichs der
Arabischen Welt zu vergeben haben.
Bis spät in die Nacht dauerten die Rennen an, getaucht
in ein Meer von Flutlichtern, die die Fernsehbilder
erscheinen ließen, als seien sie am helllichten Tag
aufgenommen worden.
Was nun folgte, war eher dem Zufall geschuldet und
dennoch der wahre Grund unseres hier Seins. Auf einer im
Infield aufgebauten Megabühne gab „Sting“ ein
Sonderkonzert, was neben den Tausenden „Wettsüchtigen“
abertausende Musikliebhaber auf den Platz rief.
Vor dieser atemberaubenden Kulisse fand ein Feuerwerk
aus Licht und Rhythmus statt, was uns noch lange Zeit
unvergessen bleibt!
Völlig ausgepowert aber überglücklich
erkämpften wir uns eines der hunderten Taxen und fanden
gegen drei Uhr morgens endlich unseren wohlverdienten
Schlaf. Als der nächste Morgen zögerlich durch das
Fenster lugte, trauten wir unseren Augen nicht, als sie
auf der Uhr 10.45 Uhr lasen. Wir beeilten uns, bis kurz
vor 11 Uhr noch schnell ein Omelett zu bestellen und
genossen das Frühstück bei Kaffee und frischen Brötchen
währenddessen das Büffet bereits abgeräumt wurde.
Unseren Kindern würden wir die Ohren lang ziehen,
verschliefen sie auf diese Weise den lieben langen Tag,
doch wir genossen dieses Gefühl, auch noch einmal so
jung und lotterhaft zu sein.
Um den Tag zu retten, nahmen wir uns vor, die eben erst
verdrückten Kalorien gleich wieder im Fitness-Raum
loszuwerden und legten ein zweistündiges „workout“ ein,
indem wir mit den vorhandenen Geräten unseren „Mia-Zirkel“
nachstellten und ruderten, radelten und Gewichte
drückten, bis wir völlig durchgeschwitzt waren. Nach
einer ausgiebigen Dusche beschlossen wir die neu
errichtete Metro näher zu erkunden, da diese nicht nur
die günstigste, sondern auch schnellste
Beförderungsmöglichkeit in Dubai darstellt.
Unser Ziel war natürlich, eines der wichtigsten Bauwerke
der VAE zu besichtigen, den erst vor wenigen Monaten
eröffneten höchsten Turm der Welt, den „Burj Khalifa“
mit seinen
828 m Höhe und die daran angrenzende „Dubai-Mall“, auch
ein Superlativ seiner Art!
Unvorstellbar dieser Luxus und konsumorientierte
Überschwang im Übereinklang mit altehrwürdigen
Traditionen wie Glauben und verschleierten Gewändern.
Ein Hauch alter arabischer Welten geschwängert mit den
Düften von Weihrauch und alten Gewürzen gepaart mit den
schillernden Farben von Hightech und Elektronik. Krasse
Gegensätze, die einen aber irgendwie fasziniert in ihren
Bann ziehen!
Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug, denn in
nahezu allen Geschäften gab es Dinge, die es in dieser
Art nicht oder noch nicht in Europa zu sehen oder zu
kaufen gibt. Die Einkaufstüten wurden immer schwerer,
die Kreditkarte unverhältnismäßig leichter. Die
ausgehende Kraft und der aufkommende Hunger mahnten uns,
das erste Shopping zu beenden und den Rückweg ins Hotel
anzutreten. Kurz bevor das Restaurant wieder gegen 11.00
Uhr, aber diesmal abends, zu schließen drohte,
bestellten wir einige Kleinigkeiten aus der
italienischen Küche und genossen einen Schoppen Wein, um
den Charakter des Tages (Shoppen!!!) treu zu bleiben und
gingen schließlich mit schweren Beinen zu Bett, um mit
der Erinnerung an das einzigartige Wasserspiel der
Fontänen und Scheinwerfer vor der Dubai-Mall
einzuschlafen.
Am folgenden Tag war ein Relax-Programm angesagt, denn
erstens war die Sicht auf Grund des starken Windes, der
den Wüstensand zu einem regelrechten Schleier aufblies,
äußerst eingeschränkt und zum zweiten bot sich uns die
Gelegenheit, mit einem Shuttle-Bus an den Privatstrand
des Habtoor Grand Resort & Spa Hotels zu fahren. Also
Badesachen eingepackt und ab an den Dubai-Beach.
Die Sonne kämpfte sich langsam durch die Wand aus
feinstem Wüstensand und sorgte binnen weniger Stunden
für die erste Farbe auf unserer „Winterhaut“. Das Wasser
war mit guten 25 Grad sehr einladend und selbst die
Wellen brandeten leicht auf und sorgten für reichlich
Wasserspaß. Sämtliche Animationen wie Wasserski,
Paragleiten, Jetski und Surfen wurden von
braungebrannten Beachboys angeboten.
Natürlich interessierte mich vor
allem die Möglichkeiten, in Dubai tauchen zu gehen, doch
die seit Jahren andauernden Bauarbeiten zum Aufschütten
der künstlichen Landmassen für beide Palmeninseln und
die Vergnügungswelt „The World“ trüben das Wasser an der
Westküste der Vereinigten Emirate derart ein, dass es
keine Anbieter bzw. Tauchschulen gibt. Schade, dachte
ich, denn wo war ich nicht schon tauchen – warum soll es
ausgerechnet in Dubai nicht möglich sein?
Schlechtsichttauchgänge fangen bei uns doch bei weniger
als 1 Meter an, oder?
Ich hatte aber Glück, denn man versorgte mir die
Telefon-Nummer einer Dive-Basis in Fujairah, welche auf
der Ostseite des Königreiches zu finden ist und
Tauchausflüge in den Oman anbietet, was nur eine gute
Fahrstunde Richtung Nord-Ost entfernt liegt. Aber lasst
euch später davon berichten.
Wir fuhren am frühen Abend wieder zurück in unser Hotel,
welches im Stadtteil „Deira“ liegt, dem bereits
benannten „Altstadt“-Viertel und eine der wenigen, nicht
von dauerhaftem Baulärm geprägten Locations. In unserer
Upper-Lounge genehmigten wir uns noch ein Glas Wein und
einen Gin-Tonic, bevor wir die Tagessonne im Schlaf
einziehen ließen.
Nach soviel Ruhe und Erholung war heute wieder Fitness
gefragt, zum ersten bei einem einstündigen Work-out im
gleichnamigen Geräteraum und dem sich anschließenden
Poolbesuch auf der Dachterrasse des Hotels und zum
nächsten bei einer viel versprechenden Desert-Safari.
Mit Suncity-Tours ging es in gewaltigen Jeeps hinaus in
die nur wenige Kilometer im Hinterland Dubais liegende
Wüste, vorbei an Kamelherden und fern ab befestigter
Strassen. Unser Fahrer ließ beim auf und ab über die
Wüstenkämme den kleinen Jungen raus und slidete von
links nach recht, teilweise in eine Sandwolke
eintauchend, die keine Sicht nach vorn mehr ermöglichte.
Da blieb es nicht aus, dass er sich auf einer der Dünen
aufhängte und die komplette Vorderachse in der Luft
stehen blieb. Die Abwärtsrolle in dem vorbildlich gegen
Überschläge dieser Art gesicherten Fahrzeuge erwartend,
wühlte sich der erfahrene Guide mit Bedacht und seinem
unwiderstehlichen Allrad aus der Gefahrensituation
heraus und der Überrollkäfig wurde vor einem Crash-Test
bewahrt.
Unsere Mägen beruhigten sich wieder und so konnten wir
gelassen dem B.B.Q. im Beduinen-Lager entgegensehen. Vom
Quadfahren, Kamelreiten, Shisha-Rauchen, Henna-Bemalung
und einer exotischen Tanzshow wurde alles geboten, was
man schon von anderen Wüsten-Safaris kannte. Eine
Ausnahme hatte es uns aber dennoch angetan und den
Besuch unvergessen gemacht. Ein edler Falke konnte auf
den Arm genommen werden und entfaltete in vollendeter
Schönheit sein Gefieder. Sein gekrümmter Schnabel und
die kräftigen Krallen machen dieses Tier zu einem
gefürchteten Angreifer und so setzten wir ihn mit
einigem Respekt zurück auf seinen Platz, von dem er all
das Geschehen überwachen konnte.
In jeder Ritze mit feinstem Sand gefüllt und
knirschenden Zähnen erreichten wir spät Abends unseren
Ausgangspunkt sprangen unter die Dusche und lauschten
noch einmal den arabischen Gesängen, bevor uns die Anmut
und Mystik der Wüstenbewohner in unsere Träume
begleitete. Am nächsten Morgen sollten wir ausgeschlafen
sein, denn die wohl größten und schönsten Moscheen
erwarten uns auf dem Weg nach Abu Dhabi, der Hauptstadt
des Reichs der reichen Scheichs.
Da einem ausreichend langen Schlaf
schon immer unser Vorzug galt, beeilten wir uns
entsprechend, dem Frühstück nur die unbedingt notwendige
Zeit einzuräumen um pünktlich dem bestellten Jeep
zuzusteigen, der uns in die Hauptstadt der Vereinigten
Arabischen Emirate und deren Oberscheichs bringen
sollte.
Die bereits am Vortag von Unverlässlichkeit
gekennzeichneten 15 Chinesen waren leider auch an diesem
Tage unsere Wegbegleiter, zum Unwohl unserer Fahrer, die
die „Crazi´s“ offensichtlich nicht ausstehen können und
auch zu unserem Bedauern, denn die „Schlitze“
verwendeten weit mehr Zeit für das Frühstück, als uns
geblieben war und kamen über 30 min zu spät zur Abfahrt.
Der dadurch verschobene Tagesverlauf sollte uns heute
immer wieder einholen und für reichlich Missstimmung
sorgen, denn der Besuch der weltgrößten Moschee mit
seinem unvergleichbaren Teppich fiel natürlich mit der
Gebetsstunde für Frauen zusammen und den Männern wurde
so der Zugang verweigert, sodass es der Kürzung des
Restprogramms bedurfte, um einen zweiten Versuch zu
starten.
Dieser war dann auch von unglaublichen Eindrücken
geprägt, nachdem unsere „Fern-Ossis“ persönlich vom
Mittagessen abgeholt werden mussten und der Aufenthalt
im „Harritage-Park“ auf 15 Minuten reduziert wurde, um
auf unseren Wunsch das wohl zweitteuerste Hotel der
Arabischen Welt, das „Emirates Palace Hotel“
zwischenzuschieben, wofür ganze 10 Minuten zur Verfügung
standen.
Soviel Glamour haben unsere Augen noch nicht gesehen,
was niemanden verwundert, wenn man weiß, dass dieses
Haus früher der Sultanspalast gewesen ist. Wozu der
damals schon so viele Zimmer benötigt hat, wird uns wohl
für immer verschlossen bleiben, anyway dass es
heutzutage ausgebucht oder voll belegt sein soll, können
wir uns ebenso wenig vorstellen. Alles glänzt vor lauter
Blattgold und aquamarin farbener Gestaltung, selbst die
Juwelen der königlichen Familie liegen in der Lobby zur
Beschau aus. Standesgemäß stehen immer ein Rollce Royce
und ein Bentley in edelstem Weiß vor dem Portal, dessen
freier Zugang von umherwedelnden und -pfeifenden
Portiers mit Eifer und vollstem Körpereinsatz
gewährleistet wird.
Wir schlüpfen noch einmal in die arabische Frauentracht,
um den Zugang zur großen Moschee von Abu Dhabi gewährt
zu bekommen und bestaunen den weißen Marmor, der so
aussieht, als hätten ihn über Nacht tausende Putzen vom
Staub befreit, laufen über Blüten- marmorierte Böden
hinein in die riesige Andachtsstätte mit diesem
farbenprächtigen größten aus einem Stück geknüpften
(oder gewebten?) Teppich der Welt. Der Muhezin ruft
bereits zum nächsten Gebet und wir verwandeln uns wieder
in anonyme Touristen, obwohl den meisten Frauen der
schwarze Schleier ausgesprochen gut gestanden hat, und
treten unsere Heimreise an.
Dabei erfahren wir, dass es schon bald eine
Schnellzugverbindung zwischen den beiden Städten Abu
Dhabi und Dubai geben wird und somit die Region noch
mehr an Bedeutung und wirtschaftlicher Stärke gewinnen
sollte. Am Wegesrand erkennen wir große Stahlfabriken,
die über ein eigenes Energienetz mit Strom versorgt
werden und dürfen gespannt sein, wann das Vorhaben, eine
„Grüne Stadt“ mit Solarkraftwerken zu bauen, realisiert
werden wird, wo doch zur Zeit die Einsicht in derartige
Projekte noch nicht gewachsen scheint. Man schaue sich
nur die dicken Autos an, kein Wunder bei einem
Benzinpreis von ca. 30 Cent je Liter!!!
Nach einem kurzen Besuch der von mir
erwählten Tauchbasis, um alle vertraglichen und
finanziellen Dinge zu klären, die meinen Tagesbericht
von übermorgen betreffen, war uns wiederholt nach Geld
ausgeben, um den Scheichs die Sinnhaftigkeit der
zukunftsweisenden Verifizierung ihrer Wirtschaft hin zum
Konsum-Tourismus klar zu machen. Und schon wieder
begegnet uns Gigantismus und Verschwendungswut, denn wie
sonst soll man es beschreiben, wenn bei 30 Grad
Außentemperatur das Betreiben eines Großfeldeisstadions
die Besucherzahlen in die Höhe schauben soll?
Zurück mit der Metro, die wir übrigens als eine der
tollsten Errungenschaften der Glitzerstadt betrachten,
leider aber noch nicht alle Haltestationen in Betrieb
genommen sind, nahmen wir unser beliebtes italienisches
Hauptmenü, nämlich Suppe mit Meeresfrüchten zu uns und
gönnten uns das erste heiß ersehnte Bier im
„Moslem-Staat“, welches übrigens nur in Gaststätten
ausgeschenkt wird.
Gut ausgeschlafen war heute ein wahrer „Arbeitstag“
angesagt. Ein offizieller Termin bei der Deutschen
Außenhandelskammer machte uns schnell die
Geschäftsmöglichkeiten klar, von denen wir uns am besten
bei einer gerade eröffneten Messe für Wasser, Energie
und Umwelttechnologie, kurz WETEX, überzeugen sollten.
Interessante Gespräche mit Firmen aus Korea, China,
Italien, der Türkei und natürlich auch aus Deutschland
nahmen uns stundenlang in Anspruch und gaben auf viele
unserer Fragen detaillierte Antworten und erweiterten
somit unser Gesamtbild des Wüstenstaates.
Sämtliche Visitenkarten an interessierte Zuhörer
verteilt und sogar einen Schnappschuss vom
Staatsoberhaupt, dem Sheikh Zayed samt seines
Ministerrats errungen, brachten wir die gefühlten 10
Kilo Prospekt- und Katalogmaterial ins Hotel, um uns
rasch für die nächste Veranstaltung vorzubereiten, dem
Show-down der High Society während unseres Hierseins,
der Boots- und Yachtshow im Dubai Marina-Club.
Schon der Zugang zum Messegelände, gesäumt mit Maybachs
und S-Klasse Karossen und sehr aufreizenden
Türöffnerinnen weckte in jedem Besucher, der sich für
etwas mehr als 10 Euro Zutritt verschaffen konnte, das
Gefühl zum Kreis der „Very Important Personen“ zu
gehören. Das dies nur der „Eingangsbereich“ in eine für
uns Normalbürger unwirkliche Welt sein würde, war uns im
Vorhinein bereits klar, wie freundlich und als
ernsthafte potentielle Kunden wir dann aber behandelt
wurden, ließ uns dann doch ein paar wenige Millimeter
wachsen und so genossen wir den Abend und sammelten die
schönsten Bilder einer Glitzerwelt, eingetaucht in einen
traumhaften Sonnenuntergang, die unsere Kamera je machen
durfte.
Wir betraten Yachten, deren Besitzer mitunter gar nicht
wissen, wo sie gerade vor Anker liegen, denen eine
eigene Crew zugeordnet ist und die man sogar für einen
Wochentrip anmieten könnte, hätte man die dafür
notwendigen Kleingelder bereit, die gut und gern zum
Erwerb eines Mittelklassewagens reichen würden! Dennoch
traten wir auf die weichen Teppiche, bewunderten die
runden Betten mit offener Luke unter dem Sternenhimmel
und nahmen Platz im mit edelstem Leder bespannten
Kapitäns-Sessel. Sieben-Sterne-Hotels zu Wasser, wer es
braucht, um glücklich zu sein? Uns wird die Zeit schon
langsam zur Ewigkeit, denn bereits 7 Tage sind wir schon
fern von unseren Kindern, Eltern und Freunden, wie
sollten wir das jemals aushalten, für Monate in einem
solchen goldenen Käfig der eigene oder der Gefangene des
eigenen Reichtums zu sein?
Auf den nun folgenden Tag habe ich
mich am meisten gefreut, denn das Erkunden fremder
Unterwasserwelten ist ja bekannter Weise eines meiner
wesentlichsten Motivationen, die Welt zu bereisen und
ellenlange Berichte darüber zu schreiben, während dessen
jeder gesunde Mensch die Nachtzeit zum Schönheitsschlaf
nutzt. Doch wahre Schönheit gibt es nach meinem
Dafürhalten nur in der unendlichen Gestaltungsvielfalt
der Natur – und da begeben wir uns nun gemeinsam hin,
nämlich in den Geburtsort jeglichen Lebens, das Meer:
Im Falle Dubai´s heißt das allerdings, bereits um 5.30
Uhr am Morgen aufzustehen und mit einem Shuttelbus die
reichlich zweistündige Fahrt an die Ostküste der VAE
nach Fujairah anzutreten, um dort mit den ortskundigen
Dive-Guides vom „Al Boom Diving Center“ abzutauchen.
Die halbstündige Fahrt mit dem Speedboot bringt uns bis
an die Grenze zum Oman und lässt die Herzen der fünf
Taucher bereits höher schlagen, dem einen oder anderen
wegen seiner Unerfahrenheit, mir allerdings vor Freude
auf das 24 Grad warme Nass, welches diesen unzähligen
Lebensformen ihren Lebensraum bietet.
Wie immer fühle ich mich als Eindringling in diese von
unheimlicher Harmonie und Kräfteausgeglichenheit
geprägten Umgebung, die man auch getrost als
menschfeindlich bezeichnen darf. Bei meiner
Rückwärtsrolle vom Bootsrand versuche ich ruhig
durchzuatmen und die ersten Bilder der mich umgebenden
Luftblasen in mir aufzunehmen. Ein kurzer Check der
erstklassischen Leihausrüstung und das Zeichen zum
Abtauchen, welches mein schwedische Tauch-Body bestätigt
und schon geht es abwärts. Ich fühle mich wohl, wenn
auch etwas überbleibt, weil ich wohl den Auftrieb des
nur 2.5 mm Nassanzuges etwas überschätzt habe, doch da
ich der weit erfahrenere Taucher von uns beiden bin,
werde ich das spielend auszugleichen wissen.
Der Tauchplatz heißt „Martini Rock“ und sollte wohl als
Aperetiv für die noch kommenden Tauchgänge dienen,
niemand verriet mir jedenfalls den wahren Grund der
Namensgabe, was ich als nicht so schlimm empfand, denn
wer fragt schon nach dem Ursprung des eigenen Namen?
Anmerkung am Rande: Das sollte man auch besser sein
lassen, um nicht evtl. ein Leben lang mit sich selbst zu
hadern.
Aber nun zurück in´s türkisfarbene Wasser: Ich suche
nach Räubern! Denn nichts ist so wahrscheinlich, als
bereits beim Einstieg das Highlight des Tauchgangs zu
sehen. Die in drei kurzen Wellen auf mich zuspringenden
Fischschwärme, die bereits an der Oberfläche beim
Aufsetzen der Maske meine Aufmerksamkeit auf sich zogen,
verwiesen auf einen Jäger, den zu finden es nun galt.
Sichtweiten von nicht mehr als 5 Metern machten es uns
unmöglich, die in diesen geringen Tiefen räubernden
Schwarzspitzen oder Leopardenhaie auszumachen. Sie waren
ganz sicher in unserer Nähe, denn viele Bilder in der
Basis zeugten von vormaligen Begegnungen mit ihnen, doch
auch wenn wir sie nicht lokalisieren konnten, sie uns
bestimmt!
Beim Hinabtauchen zum Fuße des Rocks auf ungefähr 16
Metern stöberten wir eine auf ihrer „faulen Haut“
liegende Unterwasserschildkröte auf und beobachteten ihr
gemächliches Fluchtverhalten. Das Leben am Fels wurde
immer dichter, je näher wir zur Meer hin gelegenen Seite
kamen. Riesige Schwärme junger Drücker teilten sich vor
uns auf, um sich hinter uns wieder zu vereinen.
Am Boden kaum auszumachen, da
hervorragend getarnt, verriet sich dennoch ein großer
Octopus durch das Pumpen seines Körpers. Eine kurze
Schwimmbewegung auf ihn zu zwang ihn in die Flucht und
zum Wechsel seiner Farbe durch die veränderte Umgebung.
Im weiteren Verlauf stöberten wir noch zwei Netzmuränen
auf, die ganz gierig mit ihren spitzen Mäulern nach uns
schnappten, als wöllten sie uns im Ganzen verschlingen.
Wir genossen das Hin- und Her der ufernahen Strömung bei
unserem Austauchstopp und konnten auch hierbei keinen
größeren Meeresbewohner entdecken.
Das Boot trug uns auf glatter See zügig zurück an den
Strand, um das sehnsüchtig erwartete Gemüse-Sandwich zu
verdrücken, denn wir hatten heute morgen auf das
Frühstück im Hotel verzichten müssen, um den Fischen im
Golf von Arabien dabei zusehen zu können.
Die strengen Kontrollen und hohen Strafgelder machten es
notwendig, dass alle Mann auf dem Boot, selbst der
Kapitän, eine Rettungsweste tragen mussten, auch wenn
die nächste Anfahrt nur 10 Minuten dauerte, hin zu den
drei „Sharm Rocks“. Shark – Rock hätte ich erwartet,
denn die Sicht verschlechterte sich noch mehr, was die
Wahrscheinlichkeit auf die großen Meeresräuber ansteigen
ließ.
Leider kamen nicht alle Taucher mit diesen erschwerten
Bedingungen auf Anhieb zurecht und so bedurfte es
einiger Minuten, ehe alle gemeinsam auf Sicht
weitertauchen konnten. Unser Guide führte die
„Ausreißer“ zu unserem Ausgangspunkt und ich versuchte
sie in Ruhe zusammenzuhalten – kein Wunder dass unsere
Haie genügend Zeit hatten, sich aus dem Staub zu machen.
Dennoch unterhielten uns Muränen, Octopusse,
Teufelsfische, Langusten, Clowns-Fische und Krabben auf
das Prächtigste und kurz vor dem Austauchen begegneten
wir doch noch einigen gefürchteten Räubern, die die
benannten Schwärme in helle Aufregung versetzten. 1,20
Meter lange Baracudas machten sich im Dreierverbund auf
die Jagd und gaben mir das Gefühl, dass noch alles in
Ordnung ist mit dem Gleichgewicht in unseren Gewässern.
Auf der Heimfahrt wurde aber umso schlimmer bewusst,
dass dies an Land schon lange nicht mehr der Fall ist,
denn am Morgen durch dichten Nebel nicht zu erkennen,
flankierten die Fernstrassen von Dubai nach Fujairah
unzählige Kiesgruben, Steinbrüche, Zementwerke und
Betonfahrzeuge, die vom unaufhaltsamen Bauboom in dieser
Region künden und die Landschaft in den letzten 30
Jahren so grundlegend verändert haben, dass für die
herkömmliche Flora und Fauna bald kein Platz mehr sein
wird und die Kinder von Morgen Kamele auch nur noch in
Tiergärten bestaunen können, wo sie doch einst der
treueste Wegbegleiter der Beduinenstämme waren.
Aber nicht nur das Klima ändert sich von Jahr zu Jahr
sondern auch die davon betroffenen Regionen . Und so
macht es auch kein Wunder, dass man im Wüstenstaat Dubai
bereits mit dem Ski-Unterricht beginnt, um die
heranwachsende Generation auf die winterlichen Unbilden
der nächsten Jahrzehnte rechtzeitig vorzubereiten. Nein,
kein Witz, inmitten der Wüste kann man nicht nur
Schlittschuhlaufen sondern auch Rodeln, Snowborden und
die Piste auf Carving-Ski hinabbrausen.
Eine künstlich beschneite Ski-Halle
als Teil der Einkaufs-Mall of the Emirates und direkt
mit dem Kempinski-Hotel verbunden, macht es möglich. Das
können wir uns doch nicht entgehen lassen und machten
uns nach kurzem Frühsport auf dem Fahrradergometer und
einem ausgiebigen Frühstück per Metro auf den Weg, dem
Winter in der Wüste zu begegnen.
Ein bizarrer Anblick, der sich uns da bot, als wir in
kurzen Hosen bei 30 Grad Celsius vorbei an hunderten
Geschäften auf einmal vor einer Kunstwelt aus Schnee
standen und die Leute hinter den großen Schaufenstern
der Mall bei minus 4 Grad frieren sahen! Ein Tagesticket
für 40 Euro erlaubte es uns schließlich den ersten
Annäherungsversuch an die heimischen Temperaturen zu
unternehmen, denn es schneit noch immer in Deutschland
und der Frühling will einfach nicht kommen. Dass wir nun
heute noch dafür bezahlen, erscheint vielleicht grotesk,
doch wie soll ich davon berichten, wenn wir es nicht
ausprobiert hätten.
Und so bekleideten wir uns mit den zur Verfügung
stehenden Ski-Anzügen und Wärmestiefeln und tauchten ein
in die bizarre Märchen-Winterwelt von Ski-Dubai.
Hindurch durch eine Eisgrotte gelangten wir in einen „Snow-Park“
in dem vor allem die Kinder Rodeln können, in einem
riesigen Schneeball den Hang hinunter rollen oder
einfach nur einen Schneemann bauen.
Wir wollten aber ganz hinauf auf den Berg und bestiegen
die Bergbahn mit ihren großen Gondeln, um auf der
Zwischenstation an einer original bayrischen Ski-Hütten
Halt zu machen und den abbrausenden Skifahrern und
Brettlern bei ihrer Schlangenfahrt zuzusehen.
Einzigartige Fotos inmitten eines riesigen Kühlschrankes
zeugen von der Faszination Wüsten-Winter und so langsam
wird uns auch kalt, denn Mütze und Handschuhe sind
natürlich zu Hause geblieben.
Wir nahmen uns einen der Doppelreifen, die für die
Bergabfahrt in der Snow-Pipe zur Verfügung stehen und
schossen in´s Tal hinab, um uns an einer heißen
Schokolade in einer der ausgemusterten Schweizer
Bergbahn-Gondeln aufzuwärmen und ein letztes
Erinnerungsfoto bei künstlichem Schneefall zu schießen,
ohne dabei zu bemerken, dass sich im Hintergrund
arabische Mädchen in ihren Wintermänteln und dem
unverzichtbaren Schleier eine kleine Schneeballschlacht
lieferten.
Beim Hinausgehen oder besser beim Wiedereintritt in die
Wüsten-Atmosphäre beschlugen mir sofort die
Brillengläser und selbst der Fotoapparat begann zu
schwitzen, was für ein extremer Temperaturwechsel von
nahezu 40 Grad!
Wir konnten nicht anders, als in den angrenzenden
Sportgeschäften die tollsten Skiklamotten und neuesten
Sportartikel zu bewundern und bei den WSV – Angeboten
von bis zu 60 %
Nachlass auch den einen oder anderen Artikel zu
erwerben, womit Shopping Teil Drei seinen abschließenden
Höhepunkt fand. Alle Mitbringsel und Gelegenheitskäufe
waren nun zusammen und es ging zurück in´s Hotel, um zu
checken, ob denn auch alles in die zwei mitgebrachten
Reisetaschen hineinpasst. Zur größten Not wäre am
letzten Tag noch Zeit gewesen, einen dritten Koffer zu
erstehen, doch die Reißverschlüsse waren verschließbar,
alle schweren Sachen im Handgepäck verstaut und es blieb
nur noch die Hoffnung, dass alles durch den Check-in von
Emirates geht und uns der Airbus A380 sicher nach Hause
fliegt.
Der letzte Tag in Dubai war nun
angebrochen und versprach, vom Wetter her wunderschön zu
werden. Wie schon fast zur Gewohnheit geworden, schwang
ich mich für eine Stunde in den Sattel und drückte ein
paar Gewichte. Wie leicht mir das doch fällt, wenn man
einen Tag ohne Stress und Arbeit vor sich weiß! Um die
Muskulatur zu entspannen, nahm ich eine warme Dusche und
ging für 15 min. in die 90 Grad heiße Sauna. Was für
eine Verschwendung, bei über 30 Grad, die es heute
draußen hatte. Am Himmel sah ich die ersten Flugzeuge
vom Terminal 3 aufsteigen und freute mich bereits auf
das ersehnte Flugerlebnis.
Nach dem ausgiebigen Frühstück – heute hatte ich
richtigen Kohldampf – ging es noch mal an den Pool, um
zumindest den Hauch von Gesichtsbräune einzuheimsen,
schließlich waren wir neun Tage in einem Wüstenstaat mit
Schönwettergarantie! Doch schon nach einer Stunde war
uns dann doch danach zu Mute, noch einmal in das
Großstadtleben einzutauchen und der City Adé zu sagen.
An der Metrostation angekommen, machten wir die
Erfahrung, dass hier in Arabien die Uhren doch anders
gehen, nicht nur 3 Stunden voraus, auf Grund der
Zeitverschiebung, sondern auch das Wochenende beginnt
hier bereits am Freitag und Sonntags wird gearbeitet.
Also mussten wir ein Taxi rufen, was in Dubai nun
wirklich gar kein Problem darstellt und ließen uns in
der Dubai-Mall aussteigen.
Eines unserer Handys bekam noch ein neues Klebedesign
und ist nun unverwechselbar und wirklich schön
anzuschauen. Dann gelangten wir in einen Flügel, den wir
während der letzten
Einkaufsbummel noch nicht zu Gesicht bekamen und blieben
mit offenem Mund vor dem größten Fischbecken, das wir je
gesehen hatten, stehen. Circa 33.000 Fische, darunter
Rochen aller Art, Napoleon, riesen Dicklippenbarsche und
natürlich Haie! Sandtiger-, Weißspitzen-riff-, Gitarren-
und Leopardenhaie, die gemütlich ihre Bahnen zogen, ohne
ihr natürliches Räuberverhalten zu zeigen, warum auch,
sie brauchten nur das Maul zu öffnen und schon wären
eine Handvoll Fische anverdaut gewesen.
Was ich nun am Ticketschalter zum Unterwasserzoo sah,
verschlug mir ein weiteres Mal den Atem, für rund 100
Euro ist es möglich, in dieser Unterwasserpracht zu
tauchen! Leider nicht heute, denn Wartungsarbeiten
lassen dies nicht zu, aber beim nächsten Mal, werde ich
mir die riesigen Scheiben einmal von innen anschauen.
Schon jetzt kann ich den dann folgenden Reisebericht
einem Jeden empfehlen. Vorbestellungen werden gerne
schon heute angenommen.
In Dubai gewesen zu sein und nicht auf Jumeira-Island,
um sich das 2009 eingeweihte Atlantis-Hotel anzusehen
und auf dem Rückweg vorbei am Burj al Arab, dem so
genannten „Sonnensegel“ für einen Schnappschuss
anzuhalten, wäre mehr als unverzeihlich. Also Taxi
geschnappt und unter das Meer getaucht, ja richtig – man
muss unter den Meeresspiegel, um zum Atlantis zu
gelangen!
In den Hotelbereich selbst kommt man nicht ohne
Buchungsnachweis aber es gibt noch einen Seiteneingang,
der für Besucher geöffnet ist, um die versunkene Stadt
Atlantis bewundern zu können. Mit viel Fantasie wurde im
Inneren des Hotels die sagenumwobene, altertümliche
Stadt nachempfunden, nach Außen zu den Foijes und sogar
zu ausgewählten Zimmern abgedichtet und kurzer Hand mit
Meerwasser geflutet.
Man setzte riesige Fischschwärme,
Rochen und einen kleinen Walhai ein und schon ist die
Zauberwelt geschaffen. Uns hat dieser Anblick mindestens
ebenso fasziniert, wie der des Riesenbeckens in der
Dubai-Mall. Kinder wie Erwachsene drücken sich die Nasen
platt an den geschätzten 50-60 cm dicken Scheiben. Es
bleibt nur zu hoffen, dass sich die Tiere im Inneren
genauso über die Besucher amüsieren, wie umgekehrt –
eine Art Meeresbiologie, die sehr streitbar ist!
Die Sonne brach auf, in herrlichsten Tönen unter zu
gehen, eine der schönsten Momente, romantische Fotos zu
machen, von dem märchenhaften Palast aus 1001 Nacht.
Ebenso prunkvoll thront der Burj al Arab, der Turm
Arabiens eines der wenigen, wenn überhaupt das einzige 7
Sterne Hotel weltweit. Auch hier ist ein Besuch nur nach
Vorbuchung und für einen Unkostenbeitrag von 50,- Euro
möglich.
Nicht alles konnten wir in diesen zauberhaften 9 Tagen
erkunden, doch es ist schön zu wissen, dass dieses
arabische Märchen auch für unseren nächsten Besuch noch
Geheimnisse parat hält.
So nehmen wir uns vor, bei gutem Wetter unbedingt einen
Rundflug mit „Sea-Wings“ und ihren Wasserflugzeugen zu
machen, um die Palmeninseln und den höchsten Turm der
Welt einmal aus der Vogelperspektive sehen und
fotografieren zu können oder einmal mit einer Harley die
Straße von Dubai nach Abu Dhabi zu befahren. Auch nach
Oman zum Tauchen gehen, stünde auf dem Programm, um
vielleicht Haien und Rochen zu begegnen ebenso wie im
eben beschriebenen Riesenaquarium von Dubai. Aber auch
ein Kamelrennen live zu sehen, wäre sicherlich sehr
erlebenswert.
Den Schlusspunkt sollte man aber mit der Befahrung des
Burj Khalifa setzen, von dessen Besucher-Plattform in
440 m Höhe man die ganze Region überblicken kann,
vorausgesetzt
die Luft ist nicht allzu sehr eingetrübt und der Turm
hat nicht wieder nach ergiebigen Regenfällen technische
Ausfälle zu beklagen. Mit der Eröffnung des ersten
Stil-Hotels von Mode-schöpfer Armani Ende März 2010
sollten diese Probleme aber der Vergangenheit angehören.
Unser erster Besuch im Reiche der Scheichs geht mit
einem wunderschönen Sonnenuntergang zur Neige und
fordert uns geradezu auf, mit dem nächsten Trip nicht
lange zu warten.
Wir packen unsere Reisetaschen und freuen uns, schon
morgen wieder zu Haus zu sein, um den Kindern, Eltern
und Freunden von unseren Geschichten zu erzählen. Aber
noch steht uns der Heimflug bevor, wie gesagt
Flug-Nummer EK001, ein Traum der modernen
Reisegesellschaft!
Eigens zur Abfertigung der Riesenjumbos, den einzigen
Doppelstöckern über die gesamte Flugzeuglänge, wurde in
Dubai das neue Terminal 3 in Betrieb genommen, um das
Zusteigen über zwei getrennte Gates für 4 Airbusse des
Typs A380-800 gleichzeitig abwickeln zu können. Imposant
diese Riesenvögel einmal hautnah zu sehen und dann noch
derer vier nebeneinander, wo doch Lufthansa nicht einmal
nur einen sein Eigentum nennt. Erst 2012 wird der neue
Terminal am Frankfurter Flughafen in Betrieb genommen,
solange werden wir noch warten müssen!
Das Boarding erfolgt in weniger als
einer Stunde, erstaunlich für über 650 Passagiere und
Crewmitglieder, die eigens für diesen Flugzeugtyp
ausgebildet oder umgeschult werden mussten. Die
Sitzreihen sind bedeutend geräumiger und jeder Gast
verfügt über den Zugang des weltweit umfangreichsten
Bordprogramms per sitzintegriertem Monitor. Selbst das
Einkaufen im Bordmagazin erfolgt nunmehr per „Klein-PC“.
Die gesamte obere Etage bleibt der Business- und
Firstclass vorbehalten, die sich wie im siebenten Himmel
fühlen müssen, angesichts allein der Höhe, in der sie
über dem Boden thronen aber auch bezüglich der höchsten
Qualität von Bestuhlung und Service.
Besondere Kunden genießen gegebenenfalls den Aufenthalt
an Bord in einer eigenen kleinen Suite mit Doppelbett
und eingebauter Dusche. Große Wendeltreppen führen in
das Upper-Deck, mir goldenen Handläufen,
Hinweisschriften und Edelholzeinlagen. Selbst in der
„Holzklasse“ wird mit Relax-Musik und Lichtillusionen,
die in einem aufgehenden Sternenhimmel an der
Kabinendecke ihren Höhepunkt finden, zum allgemeinen
Wohlbefinden beigetragen. Es gibt Reisende, denen ist
das Flugzeug eigentlich wurscht, Hauptsache es kommt
heil von A nach C, doch selbst für mich war es nach
bereits hunderten Flügen ein ganz besonderes Erlebnis,
was mir das Gefühl wiedergab, das 1. Mal etwas
Einmaliges empfunden zu haben.
Wollt auch ihr einmal in diese Glitzerwelt eintauchen,
hoffe ich, mit diesem Bericht nicht nur eure Neugierde
geweckt sondern auch hilfreiche Hinweise geliefert zu
haben, dass diese Reise zu einem mindestens ebenso
würdigen und unvergessenen Erlebnis gestaltet werden
wird.
Also dann, gute Reise wünscht euch
Euer Sylvio
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